El Guixaró 9-11 März, 2002

Haben Sie schon einmal gesehen, wie 60 Jahre alte Motorräder mit Seitenwagen, Modell Wehrmacht, 50 Jahre alte Landrover der Serie Eins, oder original Willys Jeeps ohne Rücksicht auf Verluste einen steilen Geländehang hochgepeitscht werden? Nein, ich meine keine hochmodifizierten Fahrzeuge mit

Kassierer Josep Espinal, der uns an der Schnellstrasse abholt und sich dann rürig in all der Hektik um uns bemüht, zeigt uns alle Schätze des Clubs und erklärt, dass die Mitglieder alle ihre Fahrzeuge regelmässig fahren und an möglichst vielen der über 30 Ausfahrten im Jahr teilnehmen.

Seit acht Jahren veranstaltet der Club nun "El Guixaró"um die geländegängigen Militärfahrzeuge -das sind nicht nur Jeeps- und die Land-Rover mal so richtig heranzunehmen und dem interessierten Publikum vorzuführen. Javier de Mazarrasa-Coll, Herausgeber der Revista Espagnol de la Defensa, der offiziellen Zeitschrift des spanischen Verteidigungsministeriums lud uns als Landroverfreunde hierzu ein. Schnell war klar, dass es dort mehr zu sehen gibt als Land-Rover / Santana Fahrzeuge.

Bild: ligero_88.jpg Ein typischer Militär - Santana. Das 1976 Lightweight -Ligero- hat 17 Jahre in der spanischen Infanterie gedient. Während die Zivilversionen der Landrover ihre Scheinwerfer nach aussen versetzen mussten, hat die Militärversion das nie geändert. Alle Militär- Santanas die hier gezeigt werden haben Rover Dieselmotoren von Santana oder Ebro.

So luden wir meinen LR Serie 3 Stage One von 1982 mit drei Kisten Photoausrüstung, zwei 60 kg Werkzeugkästen und einer Zahnbürste, füllten 100 Liter Benzin und 50 Liter LPG (für 30 Cents) in die Tanks und fuhren immer nach Süden über Paris, Richtung Spanien, auf einen kurzen Abstecher von 1,280 km. Der 109er V8 läuft sehr gut auf Autogas (LPG), das es in Frankreich zum fast akzeptablen Preis von 42-49 Cents gibt. Der LPG Verbrauch auf der Autobahn liegt bei 18 Litern / 100 km bei einer vernünftigen Reisegeschwindigkeit von 110 km/h. Die Nacht verbrachten wir glücklich auf einem geschlossenen , stillen Bauernhof - Campingplatz, ohne Dusche aber mit herrlichem Ziegenkäse und frischer Milch. Das Wetter war herrlich und der Stage One brachte uns ohne besondere mechanische Vorkommnisse bis nach Spanien wie zu erwarten. Wir und der 109er hatten die 1280 km von West- Flandern nach Manresa, Catalonia, 120km von der französischen Grenze in Bourg-Madame fast hinter uns, als uns am Freitag dann doch ein kleines Missgeschick heimsuchte. Der Stage One startete nicht auf Benzin, da er doch auf LPG eingestellt ist, d.h er zündet ca 18° vor dem OT. Aber es gibt für Normalsterbliche kein LPG in Spanien, nur Taxifahrer in bestimmten Städten dürfen es benutzen, bitte

klassischer Schale, sondern original BMWs oder Zündapps mit allem Zubehör im Oldtimershowzustand,, echte Sammlerstücke im Wert von 30.000 Euro. Wir konnten das beim Meeting von klassischen Allrad-Militärfahrzeugen, über 25 Jahre alten Land Rovern und Klassischen Jeeps in El Guixaró, Nord- Katalonien bewundern.

Der Classic Motor Club del Bages (www. classicmotorclub.org) hat seine Clubräume mit Ausstellung in Manresa in Catalunya, Spanien. Es ist der grösste und am schnellsten wachsende Oldtimerclub Spaniens, der 2,214 zahlende Mitglieder am 2. März 2002 zählte. Im clubeigenen Museum finden sich erstaunlich viele Marken, darunter natürlich Hispano-Suizas und ein sehr seltener Pegaso Z-102 Sportwagen dessen Doppelkompressor Version schon 1950 600 Pferde auf die Strasse brachte. Dieser Pegaso liess einst die Ferraris bei den Panamericana Rennen 1950-1954 blass aussehen. Nur 86 Exemplare wurden davon wurden zwischen 1951 und 1957 gebaut. Die Kleinstwagen-Abteilung des Clubs zeigt Biscuter, ein Produkt der Stadt Manresa, Isettas, Gogomobile und manche Kuriosität.


fragt die Grünen warum, wir begriffen auch zu Besuch in Deutschland nicht, warum es Gas nur so selten gibt. Das selbstgeschnitzte Flaschenfüllsystem eines hilfsbereiten Clubmitgliedes passte leider auch nicht, doch glücklicherweise reichte unser LPG Vorrat noch die 40 km bis El Guixaró. An der Abfahrt nach Guixaro sahen wir dann einen wunderschönen Serie 1 Landrover, hinten links attackiert durch einen tieffliegenden

sehr delikate gefüllte Sepia und Flan (gebackenen Pudding) vertilgten, tat Ferrán sein bestes um uns auf Spanisch zu informieren, wie sich auch alle anderen sofort für uns auf Kastillisch schalteten.

Es war gerade noch Zeit nach dem Essen um LandRover wie Jesús' 1953 Series One Armeeveteran zu bewundern, derjenige der beim vorher erwähnten Unfall attackiert worden war. Er posierte für das Bild, um die hässliche Beule in dem Wagen, den er seit 38 Jahren besitzt, zu verbergen.

Bild: Series I 1953 Chassis # 361 310 55, Motor # 361 324 89 diente in der Spanisch Armee bis er von einem Offizier gekauft wurde, von dem Jesús Caralt ihn im Jahr 1965 kaufte. Er hat den Landrover seitdem auf das beste gepflegt, es war stets sein einziges Fahrzeug. Ausser dem Solex Vergaser und ein paar Verschleissteilen hat er nie etwas ersetzen müssen, der Zustand des Oldtimers ist auch von unten betrachtet hervorragend.

Mittlerweile hatte Takeo die Vergaser und den Leerlauf auf Benzin umgestellt. Danach brachen wir zu einer entspannten Nachmittagstour in die Berge um die Stadt Berga auf. Wir fuhren im Konvoi über kleine Landstrassen und staubige Feldwege in den Sonnenuntergang (Bild unten und SII_88_Ibiza.jpg). Auf dem Weg zurück gab es den einzigen Unfall des Treffens zu beklagen, ein Passagier war von der Ladefläche eines offenen Dodgelasters gefallen, als sich die Heckklappe in einem Schlagloch plötzlich öffnete. Alle Teilnehmer warteten geduldig im kalten Abendwind in der Sportarena von Puig Reig bis der verletzte Mann ins Krankenhaus gebracht und sein gebrochenes Bein versorgt war.

Um Körper und Seele zu erwärmen, wartete ein BBQ in El Guixaró auf uns, begleitet von beliebigen Mengen Rotwein und überaus verräterischem heissen Rumpunsch mit Kräutern. Wir nutzten die Gelegenheit mehr über die Geschichte der Santanas in den Spanischen Streitkräften und ihre Verwendung dort zu erfahren. Auch sprach ich mit dem stolzen Besitzer eines VW-Iltis, was in Spanien doch ein sehr seltenes Fahrzeug ist. Der Lehrer hatte dieses Fahrzeug aus Deutschland nach der vergeblichen Suche eines Kübelwagen mitgebracht.

Der nächste Morgen überraschte uns mit hellem Sonnenschein am 9. März, noch einem grossen Grillen, Brot und Wein zum Frühstück. Ich war froh, dass Takeo erfreulicherweise doch einen Campingaskocher, Feldgeschirr und Teebeutel eingepackt hatte. Die Strasse war nun auf 200m zugeparkt mit offenen und geschlossenen Dodges und GMCs, die sich zum Start bereitmachten.

PKW. Doch die Polizei nahm bereits den Schaden auf und der sah nicht allzu schlimm aus.

Das Treffen begann nun um 13 Uhr, Jeeps und Land Rover parkten im alten Schulhof, die "Grossen" parkten ausserhalb an der Strasse und auf der Wiese. Den ganzen Nachmittag über kamen mehr immer mehr Jeeps, LandRover, GMCs, Dodges und Motorräder. Da entdeckten wir zwischen all den alten Santanas und Willys zwei 90 Defender aus Miltenberg in Bayern! Die Deutschen waren nach El Guixaro gekommen auf Einladung eines Freundes aus Ibiza, der ihnen vor Jahren in der Not geholfen hatte. So war dies einen willkommene Gelegenheit, die Freundschaft zu erneuern. Abgesehen von französischen Katalanen von der anderen Seite der Grenze, die mit besser als fabrikneuen Dodge 6x6 kurz über die Grenze gekommen waren, blieben diese vier und wir die einzigen Ausländer.

Der offizielle Start war nun ein opulentes Mahl in der örtlichen " Taverna" des Vaters von Ferrán, dem Organisator. Ferrán half uns sehr dabei uns in die Atmosphäre einzufinden, waren wir doch nicht auf Katalán eingestellt. Doch während wir


 

Bilder: tagalong_on_track_.jpg, dodge_n_jeeps_on_track.jpg

Die Off-Road Tour startete um 11.30. Zwei Strecken standen zur Wahl, eine einfache für sehr grosse oder empfindliche Fahrzeuge und eine für die ein Reduziergetriebe unabdingbar war um den steilen Hang zu erklimmen, den wir geführt vom Motorrad des Organisators eröffneten. Die Vorstellung der Weltkriegs-Zündapps - was für ein Bild mit dem Seitenwagen, der Jeeps mit Anhänger und der Serie Eins Land Rover die es alle dank erfahrener Fahrer locker schafften, war atemberaubend.

Bilder: Jeep_andorra_incline.jpg,jeep_on_incline.jpg 4mal, LRE/SII_15_M783261_4LRs.jpg etc.

Dann verliessen wir die Staubwolke und nahmen unter Bäumen einen Aperitif zu uns, begleitet von freundlichen Gesprächen. Manche Jeepbesitzer hatten ein halbes Militärmuseum an ihre Fahrzeuge geschraubt, stolz berichteten sie wie sie all die Teile gefunden hatten. Es wurden stolz genug verschiedene Uniformen getragen um den gesamten zweiten Weltkrieg nachzustellen. Als mein Mann eine Truppe 'Russen' in ihrem vermeintlichen Idiom ansprach, stellte sich schnell heraus, dass sie dankbar waren, endlich die Bedeutung all der Sprüche auf einer auf dem Flohmarkt erbeuteten Parteiflagge zu erfahren. (Bild russians.jpg) Es gab sogar Proviantkartons deren Beschriftung sorgfältig mit dem Filzstift nachgemacht war, die 2. Weltkrieg Dodges und GMCs sahen mit Sicherheit besser aus als zum Zeitpunkt als sie die Fabrik verliessen.

Hubert Arboux vom Club für die Erhaltung historischer Militärfahrzeuge Languedoc Rousillon, dessen Gruppe mit zwei wunderschönen Dodge Krankenwagen vertreten war, erklärte mir wie das geht. Die Amerikaner liessen in Frankreich zahlreiche originalverpackte Doge und GMC in Einzelteilen zurück. Auch ganze Fahrzeuge waren und sind noch zum Spottpreis erhältlich. So unterhält der Club auch ein eigenes wohlsortiertes Ersatzteillager.

Bild: gmcs_dodges.jpg, french dodges

Der Konvoi ging weiter über geteerte und ungeteerte Bergstrassen bei 18°C im Sonnenschein. Die nächste Mahlzeit mit drei Gängen - alles was uns serviert wurde waren lokale Spezialitäten mit viel Abwechslung- wartete schon im Puig Reig Sportclub auf uns.

Niemand kann sagen, dass der Classic Motors Club del Bages einen nicht ausreichend verpflegt. Während wir Paella mit Meeresfrüchten vertilgten, erklärte Ferrán den Wettbewerb: Die Teilnehmer mussten an einem Seil hochklettern, 10 ziemlich diffizile Fragen zur Geschichte der Allradfahrzeuge beantworten, 00m Sandbahn in exakt einer Minute fahren, darauf folgten ein paar Geschicklichkeitsübungen, Bäume an der Strasse mussten gezählt werden und ein Basketball sollte in den Korb gezielt werden. Der Geschicklichkeitteil fand in einer grossen Arena mit Sandpiste statt.

Bilder aus der Arena. (minute_race 3x, arena_meeting,LR_in_arena_a.jpg ww_II_uniforms.jpg)

Wir passten bei den Seil und Basketballübungen und konzentrierten uns auf die letzte Aufgabe, das Fertigen eines masstabsgerechten Modells unseres Fahrzeuges. Jedes Material durfte verwendet werden, so entstanden Jeeps aus Seife, ein Dodge aus Brot und vieles aus Pappe und Leim, was uns denn auch richtig Spass machte.

Während des folgenden Drei-Gänge Menüs wurden die ersten Preise verteilt: Dem Gewinner des Wettbewerbs wurde applaudiert, der jüngste und der älteste Teilnehmer wurden ebenso mit Preisen bedacht wie der Besitzer des rarsten gut restaurierten Fahrzeuges im Feld: Ein Panhard AML60 Panzerwagen der die ganze Zeit in Guixaro blieb. Nein, niemand hatte probiert den off-road zu fahren, da der Fahrer seinen Weg nur durch ein Periskop raten kann. Als um Mitternacht der bunte Abend in der Sporthalle vorbei war, waren wir sehr erfreut dass der neben uns campierende Santana Krankenwagen uns nach El Guixaró heimleuchtete, denn unsere wunderbare Lucas Elektrik hatte die 2x150 Watt Scheinwerfer einfach nicht verdaut und somit die 22. unseres Vorrats an 30 Ampere Sicherungen vernichtet..

Bild: Santana 109 1977 Infanterie Krankenwagen, Gewicht 2.400 Kg. Besitzer ist Jorge García Córdoba. Im Dienst 1977 - 1997, verkauft nach 20 Jahren Militärdienst wie in Spanien üblich. 3.4 Liter Santana Diesel Motor mit 94 PS, kettengetriebene Kreiseleinspritzpumpe. Krankenwagen Aufbau enthält 4 Liegen + einen Sitz für den Sani. Zwei Ventilatoren, Heizung und Alarmglocke damit Verletzte den Fahrer verständigen können im Notfall. Die kegelförmigen Radnaben mit Bohrung sind typisch für die Armeesantanas. Sie sind zum Anheben und Verschiffen der Fahrzeuge bestimmt. Dateien hierzu: ambulancia_j.garcia_cordoba, ambulance_interior.JPG

Wir fielen in den Laderaum unseres 109er und fühlten kaum die eiskalte Nacht bis uns die Morgenglocke aufweckte. Nach einem weiteren riesigen Frühstück mit Grill und Brot mit Tomate und Wein, (also Bundeswehr-Feldgeschirr Tee für uns), zeigten wir in der Stadt Puig Reig unsere Fahrzeuge dem Fernsehen und der Öffentlichkeit.

Picture:Lr_sunday_exhib.JPG

Die am häufigsten gestellten Fragen waren: Welches Land hat denn rot-weisse Nummernschilder bis wir versucht waren zu antworten 'Belarus' (Weissrussland hat auch solche Nummern, aber das Kennzeichen BY) und :' Hat Land Rover wirklich mal als Originalmotor einen V8 eingebaut in den Serie Drei?' Das war in Spanien völlig unbekannt. Zwei Stunden später brachten wir dann den gesamten Verkehr in der Stadt zum Erliegen, als wir einen Konvoiparcour durch die Stadt und dann hinaus in die malerische Felslandschaft fuhren. Kleine Feld- und Waldwege stellten keine Schwierigkeit dar, waren aber für alle teilnehmenden Fahrzeuge gleichermassen geeignet

 


One Reparaturen) * Spanish - Russisch und anderes kompliziertes Zeug

Einige Serie Eins der Guardia Civil :

CA6967-3.JPG

Series I, # 3

Besitzer Santiago Ribas , diente in der Guardia Civil, dann einem Bauern und wurde vom gegenwärtigen Besitzer vom traurigen Schicksal eines Beach Buggy gerettet.

L43061.JPG

Series I 86 " 1955 # 9

Von Jordi Solé, erworben 1986 10 Jahre im Dienst der Guardia Civil, dann 10 Jahre im staatlichen Forstdienst, danach bei einer Baufirma, die ihn schliesslich an Jordi verkaufte. Jordi reiste mit diesem Landrover nach Marokko und durch ganz Europa. Er hat kürzlich als nächstes Projekt einen 1952er Serie I gekauft.

M-M_1900_S_1.jpg

Dieser Serie Eins ist aus dem Jahr 1954. Der stolze Besitzer erwarb ihn letztes Jahr in einer Versteigerung, nachdem er der Guardia Civil 40 Jahre gedient hatte. Es ist normal, sagte der Besitzer, dass die Guardia Civil weder ihre Käppis noch ihre Fahrzeuge in 40 Jahren wechseln!

T 6385 # 35

Gehört Joaquím Llansó, Chef der Abteilung Land-Rover / Santana des Club de Bages.

Er kaufte diesen S I 86" von 1954 vor 5 Jahren. Er brauchte 4 Jahre für die sehr originalgetreue Restaurierung, die Ersatzteile mussten von John Craddock in England nach Spanien verschifft werden.